Gruppenmusizieren

Kinder werden altersgerecht an verschiedene Instrumente herangeführt und erleben gleichzeitig das Orchesterspiel von Anfang an im Orchesterverbund. Dabei werden neben den instrumentenspezifischen Fähigkeiten vor allem soziale Kompetenzen vermittelt, die aus der im Orchester einzigartig erlebbaren Symbiose aus Gemeinschaft und Einzelkönnen hervorgehen. So setzt gemeinsames Musizieren zwangsläufig erfolgreiches Kommunizieren voraus. Kommunikative Prozesse werden beim Musizieren geübt: erst die „Sprache“ Musik (Fertigkeiten), dann der Stil (Lautstärke, Dynamik, auf den Kommunikationspartner hören etc.). Regelmäßiges gemeinsames Musizieren birgt also enorme Potentiale mit Blick auf Gruppenkohäsion und integrative Prozesse. Noch mehr als im Sport gilt in der Musik: eine Gruppe ist höchstens so stark wie ihr schwächstes Glied. Ohne Rücksichtnahme und gegenseitige Unterstützung kann daher kein gemeinsames Musizieren stattfinden. Jedes Gruppenmitglied findet seinen Platz in der Gruppe und entwickelt instinktiv die Fähigkeit, eigene Stärken und die Stärken anderer zu nutzen, bzw. deren Schwächen zu kompensieren.

Die Maßnahme richtet sich an ca. 30 TeilnehmerInnen im Alter von 6 - 12 Jahren und soll innerhalb eines (Schul-)Jahres alle zwei Wochen für jeweils 45 Minuten stattfinden. Abschluss der Maßnahme bildet ein kleines Konzert. Das pädagogische Konzept baut dabei auf den „Essential Elements“ auf, für die prinzipiell keine Vorkenntnisse benötigt werden: "Essential Elements" beruhen auf der Überzeugung, dass gemeinsames Erlernen eines Orchesterinstruments in der Gemeinschaft differenziertes Spiel- und Übungsmaterial voraussetzt. Diese, in den Vereinigten Staaten erfolgreiche Methode, wurde übersetzt und den Erfordernissen des Musikunterrichts in Deutschland angepasst und dabei mit Lehrerkommentaren zur Didaktik und Methodik versehen. Das Werk umfasst Einzelstimmen für jedes Instrument, Partitur und Lehrerhandbuch. Jedes Stimmenheft enthält eine Mitspiel-CD. Die einzelnen Lektionen sind so aufgebaut, dass die Kinder langsam an die instrumentenspezifischen Entwicklungsstufen herangeführt werden. Ergänzungen können leicht integriert werden. Das ermöglicht auch binnendifferenzierten Instrumentalunterricht für besonders begabte oder für Schülerinnen und Schüler, die speziell gefördert werden müssen, um dem Lerntempo der Gruppe folgen zu können. Den Schülerheften liegt eine CD zum Mitspielen, auf der die ersten 58 Stücke eingespielt sind bei. Jeder Schüler kann also von Anfang an seine Technik und Tonerzeugung überprüfen und optimieren, indem er sich an einem professionellen Musiker orientiert, der das gleiche Instrument spielt wie er selbst. Für den Unterricht mit der Gruppe enthält die Partitur eine Mitspiel-CD mit den gleichen Stücken, auf der die Melodie jeweils von einer kleinen Band gespielt wird. Selbstverständlich ist auch die Anwendung von vergleichbaren pädagogischen Konzepten möglich, diese müssen im Einzelfall durch die BDO genehmigt werden.

Diese Maßnahme kann auch als Fortsetzung des Maßnahmenkonzepts "Instrumente stellen sich vor" durchgeführt werden. Die für dieses Konzept benötigten Instrumente können über Mittel aus dem Programm geliehen bzw. finanziert werden.

Der Leiter/die Leiterin der Maßnahme wird durch fünf ehrenamtliche BetreuerInnen unterstützt, welche in verschiedenen Registern der Gruppe aktiv mitwirken und diese dadurch stützen und eine Vorbildfunktion übernehmen. Auch können die ehrenamtlichen Betreuer gegebenenfalls einzelnen TeilnehmerInnen gezielt bei speziellen Fragestellungen helfen.

Dieses Maßnahmenformat kann auf lokaler Ebene durch die Auswahl der Bündnispartner angepasst werden. Im Rahmen der „Essential Elements“ bzw. eines vergleichbaren Konzeptes ist die instrumentale Zusammensetzung der Gruppe dabei sehr variabel.

 

Förderhöhe:

Diese Maßnahme kann mit bis zu EUR 8.858,- gefördert werden. Dieser Gesamtbetrag setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • bis zu EUR 1.050,- für den/die Referenten/in der Maßnahme (15 Zeitstunden à max. EUR 70,00 brutto, ggf. inkl. Künstlersozialabgabe)
  • bis zu EUR 750,- für fünf ehrenamtliche BetreuerInnen (5 x 15 Zeitstunden à EUR 10,00 brutto)
  • bis zu EUR 6.610,- für Instrumentenmieten oder -leasing (bis zu EUR 220,35 pro Instrument)
  • bis zu EUR 448,- für sächliche Verwaltunsgausgaben nach Vorlage von Einzelbelegen

 

Nachweispflichten der Bündnisse:

Die Bündnisse müssen den Mittelfluss der Fördergelder gründlich dokumentieren und belegen. Dies erfolgt neben der üblichen Buchhaltung durch verschiedene von der BDO zur Verfügung gestellte Formulare wie z.B.:

  • Teilnehmerlisten
  • Benennung und Angaben zur Qualifikation der ReferentInnen
  • administrative Unterlagen und Belege


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