Initiative kulturelle Integration nimmt Arbeit auf

Auf Anregung der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien, der Beauftragten der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, des Bundesministeriums des Innern und des Deutschen Kulturrates fand im Dezember die konstituierende Sitzung der Initiative kulturelle Integration im Bundeskanzleramt statt.

Ziel der Initiative kulturelle Integration ist es, bis zum Internationalen Tag der kulturellen Vielfalt am 21.05.2017 ein Thesenpapier zu entwickeln, in dem dargestellt wird, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt in Deutschland gelingen kann und welchen Beitrag kulturelle Integration hierfür zu leisten vermag.

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, sieht die Initiative als starkes und ermutigendes Signal. "Gesellschaftliche Integration gelingt nur durch kulturelle Integration. Das wissen wir nicht nur aus wissenschaftlichen Studien, das lehrt uns das tägliche Leben. Wir verfolgen dabei ein klares Ziel: Profitieren sollen davon alle hier lebenden Menschen. Ich bin voller Zuversicht, dass die Initiative hierzu wichtige Impulse auslösen wird!“

„Was macht uns als Gesellschaft aus? Wie wollen wir zusammenleben und wie können wir alle zum Gelingen von Integration beitragen?" Bundesinnenminister Thomas de Maizière hält eine mit Streitkultur ausgetragene Diskussion für unabdingbar. "Mich sorgen die Fliehkräfte, die das Ganze in Frage stellen. Die Summe der Vielfalt macht noch kein Gemeinwohl aus. Wir als Gesellschaft müssen gemeinsam an einem gesellschaftlichen Konsens arbeiten - immer und immer wieder - über das, was uns im Innersten zusammenhält. Mit der Initiative kulturelle Integration leisten wir einen Beitrag zu diesem Prozess, und ich lade alle dazu ein, sich konstruktiv einzubringen.“

Darin stimmt ihm die Staatsministerin für Migration, Flüchtlinge und Integration Aydan Özoğuz zu: „Eine offene, demokratische und pluralistische Gesellschaft muss sich immer wieder neu über die gemeinsamen Werte verständigen, diese vertreten und verteidigen. Gesellschaftlicher Zusammenhalt entsteht dort, wo alle – Einheimische wie Einwanderer – den Prozess der kulturellen Integration gemeinsam gestalten.“

Christian Höppner freut sich als Präsident des Deutschen Kulturrats darüber, dass die Initiative auf so fruchtbaren Boden gefallen sei und endlich mit der überfälligen Debatte begonnen werde, was die Gesellschaft zusammenhalte. "Dass dabei die Kultur und die kulturelle Vielfalt den Ausgang bilden, lässt spannende und interessante Diskussionen erwarten.“

Zu den an der Initiative bislang beteiligten Organisationen zählen die ARD, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege, die Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände, der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, die Deutsche Bischofskonferenz, der Deutscher Beamtenbund und Tarifunion, der Deutsche Gewerkschaftsbund, der Deutsche Journalisten-Verband, der Deutsche Landkreistag, der Deutsche Naturschutzring, der Deutsche Olympische Sportbund, der Deutsche Städte- und Gemeindebund, der Deutsche Städtetag, die Evangelische Kirche in Deutschland, das Forum der Migrantinnen und Migranten im Paritätischen, der Koordinationsrat der Muslime, die Kultusministerkonferenz, die Neue Deutsche Organisationen, der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, der Verband Privater Rundfunk und Telemedien, das ZDF sowie der Zentralrat der Juden in Deutschland.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, koordiniert und moderiert die Initiative kulturelle Integration. Er schreibt dazu in seinem Beitrag zu Politik & Kultur 01/2017: "Die Initiative kulturelle Integration kann und sollte Lust auf die gemeinsame Zukunft in einem pluralen, weltoffenen Deutschland machen. Einem Deutschland in der Mitte Europas. Einem Deutschland, das geprägt ist von bürgerschaftlichem Engagement. Einem  Deutschland, das sich mit seiner Geschichte auseinandersetzt. Einem Deutschland, das offen und neugierig auf andere ist und zugleich sich seiner eigenen Werte und Traditionen sicher ist. Einem Deutschland, in dem die Chancen der kulturellen Integration ergriffen werden. Einem Deutschland, das mit Neugier und Entdeckergeist in die Zukunft blickt. Wir freuen uns auf spannende Diskussionen.

Weitere Informationen zur Initiative kulturelle Integration finden Sie hier.