Zweiter Engagementbericht

Am 19. Mai hat in Berlin eine vom Bundesfamilienministerium veranstalteten Fachtagung zum Zweiten Engagementbericht stattgefunden. Unter dem Titel "Der Zweite Engagementbericht der Bundesregierung - Zentrale Themen, Fragen und Perspektiven des Engagements in Deutschland" wurden die zentralen Handlungsempfehlungen und Thesen des Berichts diskutiert. Die eingeladenen Expertinnen und Experten aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft gaben zudem Impulse und Anregungen zur praktischen Umsetzung der Handlungsempfehlungen.

Die Parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesfamilienministerin, Elke Ferner, betonte anlässlich der Fachtagung: "Der Zweite Engagementbericht verdeutlicht, welch hohe Bedeutung das freiwillige Engagement insgesamt für unser Gemeinwesen hat: für ein gutes Miteinander und damit auch für unsere Lebensqualität. Engagement ist unerlässlich für individuelle Teilhabe, gesellschaftliche Integration, ein vielfältiges kulturelles Leben sowie für stabile demokratische Strukturen und damit für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Der Engagementbericht gibt wichtige Impulse für die Engagementpolitik und zeigt, dass aktuelle und künftige Herausforderungen nur gemeinsam von Staat, Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeistert werden können."

 

Das Bundeskabinett hat Ende März die Stellungnahme der Bundesregierung zum Zweiten Engagementbericht 2016 beschlossen. Der Bericht beschäftigt sich mit den Herausforderungen des demografischen Wandels, die besonders häufig von lokalen Engagementstrukturen aufgefangen werden. Der rund 600 Seiten umfassende Zweite Engagementbericht enthält empirische Befunde, Daten und Trends und greift zugleich zentrale gesellschaftliche Debatten auf.

 

Die Kernaussagen des zweiten Engagementberichts:

1. Bürgerinnen und Bürger greifen gesellschaftliche Herausforderungen aktiv auf, um den demographischen, kulturellen und sozialen Wandel zusammen mit dem Staat zu bewältigen.

2. Die Mitverantwortung der Bürgerinnen und Bürger nimmt zu. Engagement ist vielfältig.

3. Engagement beruht auf einer freien Entscheidung und darf nicht funktionalisiert werden.

4. Engagement basiert auch auf einem aktiven Staat und auf Voraussetzungen, für die er Verantwortung trägt.

5. Bedingungen guten Lebens gestalten sich am Lebensort. Sie brauchen neue Formen eines kooperativen Regierens und Verwaltens – Stichwort Bürgerkommune, in der Bürgerinnen und Bürgerinnen maßgeblich mitgestalten.

6. Lokale Politik ist für die Bewältigung zukünftiger Herausforderungen zentral. Es bedarf einer Engagementpolitik, die sensibel mit der Verantwortungsbereitschaft der Bürgerinnen und Bürger umgeht.

 

Die Schlussfolgen und Empfehlungen des Berichts im Bereich Lokale Kulturpolitik: Kreative Ressourcen vor Ort nutzen!

Die Zukunftsfähigkeit von Kommunen hängt nicht zuletzt von ihrer kulturellen Lebendigkeit ab. In der Kultur und Kulturpolitik sollten jene Akteurinnen und Akteure unterstützt werden, die am Ort selbst engagiert sind. Dies gilt nicht nur für die Pflege kultureller Traditionen, son- dern auch hinsichtlich der Kreativität und Aufgeschlossenheit für neue Formen kultureller Aktivitäten und Angebote. Im städtischen Bereich sollten Kulturpolitik und die Förderung von Engagement entsprechend mit Leitbildern von Stadtleben und Stadtentwicklung verknüpft werden, bei denen Vielfalt, Kreativität, Offenheit für Neues und lokal Identitätsstiftendes tonangebend sind.

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Hier geht's zum Download der zentralen Ergebnisse.