Gruß der Kanzlerin an die Ehrenamtlichen

Die Kanzlerin spricht in Heidenheim ehrenamtlich engagierten Menschen in ganz Deutschland ihren Dank aus. Foto: Bundesregierung/Guido Bergmann

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat vor rund 1200 Ehrenamtlichen im baden-württembergischen Heidenheim ihre Anerkennung ausgesprochen - stellvertretend für die vielen Engagierten in ganz Deutschland. Das Ehrenamt sei ein "Gewinn für uns alle, für die Gemeinschaft", so Merkel. "Zeit ist heute gerade auch für Ehrenamtler ein knappes Gut – so, wie Zeit, die man sich füreinander nimmt, in unserer Welt überhaupt ein knappes Gut ist. Dass Sie sich die Zeit genommen haben, heute hierherzukommen, finde ich wunderbar. Und ich möchte Sie auch gleich zu Beginn bitten – Sie alle stehen ja auch für viele andere, die in Ihren Vereinen und in Ihren Initiativen engagiert sind –, jeden Einzelnen, der sich in unsere Gesellschaft einbringt, ganz herzlich zu grüßen. Sie sind ein tolles Stück Deutschland."


Merkel hob in ihrer Rede die große Vielfalt des Ehrenamts hervor. "Vom Sportverein über die Altenpflege, den Beistand für sterbende Menschen, die Feuerwehr, das Technische Hilfswerk, die Kirchengemeinden, den Kulturbereich und die Kleiderkammern bis hin zu den Suppenküchen: Alles lastet auf den Schultern der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern."

 

In einer Rede lasse sich nur ansatzweise beschreiben, was Bürgerinnen und Bürger in Deutschland tun, um einen Beitrag für ein gutes Zusammenleben und für das Gemeinwohl zu leisten: "Es lässt sich aber durchaus ein deutliches Ausrufezeichen setzen, und zwar ein Ausrufezeichen hinter ein Wort, das mir in diesem Zusammenhang besonders wichtig ist. Dieses Wort heißt: danke. Danke für das, was Sie für andere tun. Ich wage aber einmal die Behauptung, dass das auch für Sie eine Bereicherung ist. Natürlich ist es manchmal auch eine Beschwernis, aber worüber man sich manchmal nicht auch ärgert und worum man sich nicht müht, das hat man auch nicht so richtig gern. Insofern ist es, glaube ich, ein Geben und Nehmen."

 

Zudem sei der demografische Wandel deutlich spürbar. Es gebe weniger jüngere und mehr ältere Menschen. Deshalb habe die Bundesregierung in dieser Legislaturperiode zum Beispiel im Bereich der Pflege einen besonderen Schwerpunkt gesetzt. Merkel dankte allen, die mit älteren Menschen arbeiten - dies stehe stellvertretend für eine menschliche Gesellschaft.

 

Merkel zeigte sich offen für eine gewisse Belohnung des Ehrenamtes. Denkbar sei etwa, die Arbeit junger Helfer bei der Berechnung des Numerus Clausus für den Zugang zu Studienfächern anzurechnen. Auch regionale Initiativen wie verbilligte Kulturangebote könnten sinnvoll sein, so Merkel. Auf Bundesebene habe man bereits über einen sogenannten Ehrenamtspass nachgedacht. Dies sei wegen der fehlenden Zuständigkeit des Bundes aber schwierig.

 

Die Bundeskanzlerin hob hervor, dass die Stadt Heidenheim eine Koordinierungsstelle für das bürgerschaftliches Engagement betreibt. "Sie trägt den treffenden Namen 'Ich für uns'. Ich glaube, dieser Name macht auch den Kern des Ehrenamts deutlich: Es ist ein wirklicher Gewinn für uns alle, für die Gemeinschaft."

Hier die Rede der Bundeskanzlerin zum Nachlesen.