15 Thesen der Initiative kulturelle Integration

Heute stellte die Initiative kulturelle Integration ihre 15 Thesen „Zusammenhalt in Vielfalt“ in Berlin vor und überreichte sie anschließend der Bundeskanzlerin. Die Initiative kulturelle Integration ruft Einzelpersonen genauso wie Organisationen, Vereine oder auch Unternehmen zur Mitunterzeichnung der Thesen auf. Kulturstaatsministerin Prof. Monika Grütters sprach von einem gesellschaftspolitischen Meilenstein. Prof. Christian Höppner, Präsident des Deutschen Kulturrats, möchte mit der Initiative ein Bewusstsein schaffen für den Wert kultureller Vielfalt und eine gesamtgesellschaftliche Debatte anstoßen. Aydan Özoğuz, Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, lobte den konstruktiven Aushandlungsprozess, den der vierte der Initiatoren, Staatssekretär Thorben Albrecht, als hartes Ringen bezeichnete. Entstanden sei eine Arbeitsgrundlage.

 

Neben den Initiatoren gehören 23 weitere Mitglieder aus der Zivilgesellschaft, den Kirchen und Religionsgemeinschaften, den Medien, den Sozialpartnern, den kommunalen Spitzenverbänden und der Kultusministerkonferenz der Initiative an. Erfreulicherweise hätten alle Angefragten sofort zugesagt, so Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats und Moderator der Initiative.

 

Innenminister Thomas De Maizière befand in seiner Rede über "Werte, Kultur und gesellschaftlichen Zusammenhalt": Gesetze sind zu wenig, um sich in einem fremden Land zurechtzufinden. Die Debatte darüber, was wir über das Grundgesetz hinaus über unser Land sagen, was uns eint und wie ein soziales Miteinander gelingt, ist das Ziel. Dafür sei ein eigener Standpunkt Voraussetzung, vor dem sich niemand drücken dürfe. Er schloss mit der Feststellung, dass Liberalität nicht Gleichgültigkeit bedeute.

 

In der Präambel des Thesenpapiers „Zusammenhalt in Vielfalt“ bekräftigen die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration, dass Integration alle Menschen in Deutschland betrifft. "Gesellschaftlicher Zusammenhalt kann weder verordnet werden, noch ist er allein eine Aufgabe der Politik. Vielmehr können alle hier lebenden Menschen dazu beitragen. Deutschland ist ein vielfältiges Land. Seit Jahrhunderten leben hier Menschen aus vielen unterschiedlichen Ländern. Die Mehrzahl derjenigen, die aus dem Ausland nach Deutschland gekommen sind, fühlt sich hier zu Hause. Viele sind inzwischen Deutsche. Mit Solidarität haben Gesellschaft und Politik auf die Ankunft vieler Geflüchteter reagiert. Solidarität gehört zu den Grundprinzipien unseres Zusammenlebens. Sie zeigt sich im Verständnis untereinander und in der Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse anderer. Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration treten für eine solidarische Gesellschaft ein.

 

Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration setzen besonders auf die Vermittlungskraft der Kultur. Kultur trägt neben der sozialen Integration und der Integration in Arbeit wesentlich zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei. Kulturinstitutionen vermitteln Geschichte und Gegenwart.

 

Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration stehen für eine weltoffene Gesellschaft. Zuwanderung verändert eine Gesellschaft und erfordert Offenheit, Respekt und Toleranz auf allen Seiten. Dies ist ein langwieriger Prozess, in dem um Positionen gerungen werden muss. Das Schüren von Ängsten und Feindseligkeiten ist nicht der richtige Weg.

 

Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration wollen ein einiges Europa. Der europäische Einigungsprozess ist nicht nur ein Garant für Frieden in Europa und eine wichtige Grundlage für Wohlstand und Beschäftigung, er steht zugleich für kulturelle Annäherung sowie für gemeinsame europäische Werte.

 

Die Mitglieder der Initiative kulturelle Integration laden Einzelpersonen genauso wie Organisationen, Vereine oder auch Unternehmen dazu ein, sich den vorgelegten Thesen anzuschließen, sie zu verbreiten und mit Leben zu erfüllen. Hier besteht eine Möglichkeit zur Mitzeichnung.

 

15 Thesen zur kulturellen Integration:

These  1:  Das Grundgesetz als Grundlage für das Zusammenleben der  Menschen in Deutschland muss gelebt werden.

These  2:  Das alltägliche Zusammenleben basiert auf kulturellen Gepflogenheiten.

These  3:  Geschlechtergerechtigkeit ist ein Eckpfeiler unseres  Zusammenlebens.

These  4:  Religion gehört auch in den öffentlichen Raum.

These  5:  Die Kunst ist frei.

These  6:  Demokratische Debatten- und Streitkultur stärkt die  Meinungsbildung in einer pluralistischen Gesellschaft.

These  7:  Einwanderung und Integration gehören zu unserer Geschichte.

These  8:  Die freiheitliche Demokratie verlangt Toleranz und Respekt.

These  9:  Die parlamentarische Demokratie lebt durch Engagement.

These 10: Bürgerschaftliches Engagement ist gelebte Demokratie.

These 11: Bildung schafft den Zugang zur Gesellschaft.

These 12: Deutsche Sprache ist Schlüssel zur Teilhabe.

These 13: Die Auseinandersetzung mit der Geschichte ist nie  abgeschlossen.

These 14: Erwerbsarbeit ist wichtig für Teilhabe, Identifikation und  sozialen Zusammenhalt.

These 15: Kulturelle Vielfalt ist eine Stärke."

 

Die Erläuterungen sind hier zu finden.

 

Mitglieder der Initiative kulturelle Integration und Verfasser der 15 Thesen sind:

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