Neuer UNESCO-Lehrstuhl für Transkulturelle Musikforschung

„Bei uns steht die Musik als Immaterielles Kulturerbe und ihre Erforschung aus einer kulturwissenschaftlichen Perspektive im Zentrum. Musikalische Stile aus der ganzen Welt sind dabei von Interesse. Unsere Forschung kann also nur in internationaler Zusammenarbeit erfolgreich sein. Deshalb ist die Ernennung als UNESCO-Lehrstuhl und die damit einhergehende Kooperation mit Lehrstühlen auf der ganzen Welt so wichtig", sagte Prof. Dr. Tiago de Oliveira Pinto, der neue Lehrstuhlinhaber bei der Einweihung.

Der UNESCO-Lehrstuhl am Gemeinsamen Institut für Musikwissenschaft der Hochschule für Musik FRANZ LISZT Weimar und der Friedrich-Schiller-Universität Jena als UNESCO Chair on Transcultural Music Studies erforscht musikalische Darbietungen in ihren soziokulturellen, historischen und globalen Kontexten. Die Musiker als Träger der darstellenden Künste stehen dabei im Sinne der UNESCO-Konvention zur Erhaltung des Immateriellen Kulturerbes im Fokus. Die Forschung des Lehrstuhls ist interdisziplinär ausgerichtet und anwendungs- sowie projektorientiert. Schwerpunkte werden gemeinsam mit den Praktizierenden, deren Musiktradition erforscht wird, definiert. Übergreifend untersucht wird dabei, welche Chancen und Herausforderungen eine Anerkennung von Musiktraditionen als Immaterielles Kulturerbe für die Weitergabe und Inwertsetzung der Ausdrucksformen mit sich bringen.

Der neue UNESCO-Lehrstuhl für Transkulturelle Musikforschung stärkt wie alle bestehenden Lehrstühle die akademische Kooperation mit Universitäten und anderen Forschungseinrichtungen in Schwellen- und Entwicklungsländern, aber auch innerhalb Deutschlands und in Europa. Er arbeitet in einem weltweiten Netzwerk mit über 700 Lehrstühlen in mehr als 120 Ländern an der Umsetzung der UNESCO-Ziele und der Globalen Nachhaltigkeitsagenda.