Deutscher Bürgerpreis 2017

"Ehrenamtliches Engagement schafft Gemeinsinn und Werte, die mit keiner Währung der Welt aufzuwiegen sind und ohne die es nicht geht," lobte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bei der Verleihung des Deutschen Bürgerpreises 2017 im Berliner Zollernhof. Es gehe den Nominierten darum "Mut zu machen, sich anderen zu öffnen, sich für die Demokratie zu engagieren, zu inspirieren, zu sensibilisieren, andere zu bewegen und auch jenen eine Chance zu geben, die sonst keine haben." Den Preis in der Kategorie "U21" erhielt die "Courage Schülerstiftung" aus Münster. Im Mittelpunkt ihres Engagements steht ihr „Patenprojekt“: Benachteiligten Kindern werden ein oder zwei Schülerpaten zur Seite gestellt. In gemeinsamen Unternehmungen lernen sie ihre Stärken und Begabungen zu entdecken und zu entwickeln.

Wie wichtig heute auch im Ehrenamt Vernetzung, Kooperation und Austausch sind, betonte Dr. Eva Lohse, Präsidentin des Deutschen Städtetags. So werden Orte geschaffen, wo Menschen gerne miteinander leben. Der Deutsche Bürgerpreis 2017 in der Kategorie "Alltagshelden" ging an die "Zeitschrift der Straße" aus Bremen. Mehr als nur ein Obdachlosen-Magazin, ist sie ein innovatives Lernprojekt, das 350 Studierende von fünf Bremer Hochschulen mit rund 900 registrierten Straßenverkäufern vernetzt: Die ehrenamtlich und studentisch organisierten Menschen stiften mit ihrem Engagement Beziehungen zwischen Menschen verschiedener sozialer Schichten. Sie führen Jugendliche an ehrenamtliches Engagement heran und schaffen Synergien zwischen Bildungssystem und Zivilgesellschaft. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Prof. Dr. Rita Süssmuth war begeistert: "Das gibt den Menschen Würde zurück!" Sie haben eine Aufgabe, da entsteht Sinn und man wird wieder ein gleichwertiges MItgleid der Gesellschaft. Wichtig ist aber auch der Nachahmer-Effekt, das man sieht: Man kann das machen!"

Für ihr Lebenswerk wurde Maren Heinzerling, die seit über drei Jahrzehnten dazu beiträgt, mehr Frauen in Ingenieursberufe zu bringen und Kinder für die "zauberhafte Physik" zu begeistern. Sie selbst studierte während der 50er Jahre als einzige Frau unter 300 Männern. "Sich konstruktiv ärgern!" lautet daher auch ihr Motto.