Fachtag "Kultur macht stark" im BMBF

Diskussionsrunde zur Begleitstruktur, v.l.: Prof. Dr. Susanne Keuchel, Moderatorin Nina Amin, Prof. Dr. Vanessa Leinwand-Weiss, Prof. Dr. Nina Kolleck.

 

Beim Fachtag "Kultur macht stark" im Bundesministerium für Bildung und Forschung ging es um Austausch, Vernetzung und Impulse. Es wurde ein Blick zurück auf die erste Förderperiode geworfen und ein Ausblick auf die kommenden fünf Jahre gegeben. Die Leiterin des Referats Kulturelle Bildung, Dr. Catrin Hannken, dankte allen Programmpartnern, darunter auch von Anfang an die BDO: "Wir haben gemeinsam viel in die Wege gebracht und für die Kinder und Jugendlichen umgesetzt - das wäre ohne Sie nicht möglich gewesen!"

Sie verkündete, dass mit 230 Millionen in Phase 1 und weiteren 250 Millionen in Phase 2 insgesamt fast eine halbe Milliarde Euro von der Bundesregierung zur Verfügung gestellt werden, somit sei "Kultur macht stark" das größte Förderprogramm der kulturellen Bildung - nicht nur in Deutschland sondern auch auf europäischer Ebene.

Das fordere viel Verantwortung, gebe aber auch große Freiräume, da das Programm nicht zentral von oben gesteuert sei. Über 17.000 Maßnahmen wurden in Phase 1 umgesetzt. Sie selbst sei immer wieder beeindruckt, wenn sie erlebe, was hinter den Zahlen stecke: die Freude der Kinder und das durch die Maßnahmen gewonnene Selbstvertrauen. Für die zweite Förderphase habe man sich sehr genau angeschaut, was sich bewährt habe und was verbesserungsfähig sei, fuhr Dr. Catrin Hannken fort. So habe man die grundsätzliche Struktur des Förderprogramms beibehalten, sorge aber so weit wie möglich für Erleichterungen bei der Antragsstellung. "Letzlich muss so viel wie möglich bei den Kindern und Jugendlichen ankommen."

Ein paar Stimmen aus den folgenden Vorträgen und Diskussionsrunden:

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrats: "Man muss die Länder und Kommunen stärker politisch einbinden. Egal welche Regierung wir am Ende haben werden: wir vom Deutschen Kulturrat kämpfen für Verstetigung!"

Hans-Heinrich Grosse-Brockhoff, Vorsitzender der Jury in "Kultur macht stark" I: "Wenn wir in fünf Jahren 565.000 Kinder und Jugendliche erreicht haben, dann ist das ein Tropfen auf den heißen Stein! Jedes Kind sollte einen Zugang zur Kultur bekommen. Wir brauchen mindestens zwei Milliarden an Fördergledern!"

Prof. Dr. Vanessa Reinwand-Weiss, Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel: "Wir müssen weg von der Projektitis, eine Grundsicherung ist nötig. Es darf keinen Unterrichtsausfall in Kunst und Musik geben. Ganz wichtig ist neben der Finanzierung der politische Wille! Wenn alle am gleichen Strang ziehen geht selbst bei geringen Ressourcen mehr."

Prof. Dr. Nina Kolleck, Freie Universität Berlin: "Es ist auch sehr wichtig, genau hinzuschauen, welche Bedürfnisse und welche Potentiale es vor Ort gibt. Wir werden in sechs Modellkommunen, die Vorbildcharakter haben, sehr differenzierte Analysen erstellen und die Ergebnisse allgemeinverständlich aufbereiten."