Fundraising in Musikvereinigungen

Großprojekte von Musikvereinigungen werden bisher zum größten Teil durch die öffentliche Hand gefördert. Nicht erst seit der Weltwirtschaftskrise aber werden die Zuschüsse - nicht nur im kulturellen Bereich - immer öfter gekürzt oder sogar ganz gestrichen. Auch für die kommenden Jahre zeichnen sich harte Sparrunden ab. Viele bereits existierende Projekte stehen daher vor dem Aus, viele geplante Projekte können erst gar nicht realisiert werden, falls nicht ausreichend Drittmittel akquiriert werden können.

Dadurch steigt gleichzeitig der Wettbewerb um Fördergelder. Hierbei haben professionelle Einrichtungen einen eklatanten Erfahrungs- und Wissensvorsprung. Gerade auf kommunaler Ebene stehen daher viele kleinere Musikvereinigungen dieser Problematik hilflos gegenüber.



Das systematische und langfristige Akquirieren von Drittmitteln lässt sich mit dem Begriff des Fundraising ("Fund“ = Vermögen und "to raise“ = erschließen) beschreiben. Dies ist - allgemein definiert - eine Variante des Marketings und bezeichnet die systematische und umfassende Mittelbeschaffung einer Organisation mithilfe einer Kommunikationsstrategie. Fundraising umfasst von der Begrifflichkeit her sowohl Finanzmittel wie auch Sach- und Dienstleistungen.

Allerdings besteht innerhalb der Musikvereinigungen oft eine gewisse Skepsis gegenüber dem Fundraising: Es sei von ehrenamtlichen Organisationen nicht zu leisten und der Begriff sei negativ besetzt, da er mit „Betteln“ und dem unethischen Ausnutzen von persönlichen Kontakten verbunden werde.

 

Die Bundesvereinigung Deutscher Orchesterverbände ist als Dachverband des instrumentalen Amateurmusizierens in Deutschland der Meinung, dass die Potentiale der Musikvereinigungen unterschätzt werden und möchte mit diesem Leitfaden die Ergebnisse eines im November 2011 in München ausgerichteten Forums zusammenfassen und damit eine Hilfestellung für weitere, erfolgreiche Kulturarbeit leisten. Bei dem Forum, an welchem knapp 40 TeilnehmerInnen aus allen Sparten und Bereichen des Amateurmusizierens teilnahmen, sollte den Verbänden bzw. entsprechenden Multiplikatoren zum einen das grundsätzliche Verständnis für die Möglichkeiten des Instruments Fundraising vermittelt werden. Dabei wurden die Besonderheiten des Kulturbereichs sowie die oftmals ehrenamtlichen Strukturen berücksichtigt.

So wurden zunächst allgemeine Grundlagen in zwei theoretischen Vorträgen gelegt, bevor einzelne Praxisbeispiele eine mögliche Anwendung demonstrierten. Anschließend wurden die TeilnehmerInnen in Arbeitsgruppen aufgeteilt und bearbeiteten eigene Fallbeispiele. Die Arbeitsergebnisse wurden dann dem Plenum vorgestellt und diskutiert. Die wissenschaftliche Begleitung des Forums erfolgte durch das Institut für Kulturmanagement München.

 

Die zusammenfassenden Ergebnisse dieses Forums finden Sie hier.